Liebe Freund:innen des Digitalen Donnerstag, liebe Interessierte,
der Digitale Donnerstag kehrt zurück! Ab Oktober 2025 möchten wir Ihnen und Euch nach einer längeren Pause in den Herbst- und Wintermonaten alle 1-2 Monate wieder vielfältige und interdisziplinäre Einblicke in interessante Themen rund um die Sexualität geben. Dazu laden wir Menschen aus der klinischen Praxis, der Wissenschaft, Kunst und Kultur ein, uns von ihrer Arbeit zu erzählen und mit uns in den Austausch zu gehen.
Wir freuen uns auf Sie und Euch!
Annika Flöter (praxis@afloeter.com) & Guido Schneider
Kommende Veranstaltungen
Testosteron gilt als das „Männlichkeitshormon“ schechthin – kraftvoll, dominant, sexuell aufgeladen. Häufig wird es mit Männlichkeit, Sexualität und Leistungsfähigkeit gleichgesetzt. In der aktuellen öffentlichen Wahrnehmung schwankt Testosteron zwischen Wundermittel, Leistungsdroge und Grundübel für problematisches männliches Verhaltens. Gleichzeitig wird es in der Medizin kontrovers diskutiert, verordnet, verteufelt oder gefordert. Wo endet der Mythos und wo beginnt die wissenschaftliche Evidenz? Ist Testosteron der Schlüssel für Vitalität, Libido und Lebensqualität – oder ein überschätztes Versprechen? Welche Rolle spielt Testosteron tatsächlich für Sexualität, Gesundheit, Entwicklung und Identität des Mannes? Der Vortrag mit anschließender Diskussion versteht sich als Einladung eine differenzierte Einordnung des Hormons, jenseits von Idealisierung oder Abwertung, vorzunehmen.
Zur Person:
Priv.-Doz Dr. Daniel Schlager ist Facharzt für Urologie mit dem klinischen Schwerpunkt Andrologie und Sexualmedizin. Er ist in eigener Praxis in Freiburg tätig und leitet die Andrologie am Ortenau Klinikum Offenburg. Zudem ist er im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) für Forschung und Weiterbildung verantwortlich.
Referent: PD Dr. Daniel Schlager, Facharzt für Urologie, Zusatzbezeichnungen Andrologie, Sexualmedizin, Naturheilverfahren, in eigener Praxis in Freiburg im Breisgau tätig.
Moderation: Dipl.-Psych. Annika Flöter
Datum: 12. Februar 2026, 19:30-21:45 Uhr
Anmeldung: https://eveeno.com/dgfs-digitaler-donnerstag-02-2026
Triangulierung von Beziehung, Therapie und KI: Empirische Einblicke in das Anwendungsverhalten, die Inhalte und Wirkweisen von Chat-Bots (ChatGPT), Therapie-Bots und KI-Companions (Replika) im Kontext intimer Beziehungen und Sexualität
In Partnerschaften greifen immer mehr Menschen auf KI-gestützte Systeme wie ChatGPT, Therapie-Bots oder KI-Companions zurück, um Tipps zu erhalten, Streitgespräche vorzubereiten, Chatverläufe zu evaluieren oder Beziehungsentscheidungen zu treffen. Darüber hinaus greifen KI-Anwendungen auch direkt in Therapieprozesse ein, zum Beispiel, wenn Klienten Prozesse und Interventionen von KI evaluieren oder sich parallel von Therapiebots begleiten lassen. Auch Therapeuten nutzen KI-Anwendungen u.a. zur Supervision oder als Informationsquelle. KI wird damit auf mehreren Ebenen zu einem triangulierenden Akteur in der Therapie.
Die Veranstaltung zeigt neueste empirische Einblicke in Anwendungsverhalten, KI-produzierte Inhalte und Wirkweisen und diskutiert Implikationen für die Therapie sowie deren empirische Evaluation.
Referentin: Dr. Johanna Degen
Moderation: Guido Schneider
Datum: 5. März 2026, 19:30-21:45 Uhr
Anmeldung: https://eveeno.com/dgfs-digitaler-donnerstag-03-2026
Rauhe, aggressive Sexualität mit Festhalten, Schlagen, harter Penetration oder Würgen ist unter jungen Menschen zunehmend verbreitet und rückt nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in Therapie, Beratung, Medizin und Pädagogik stärker in den Fokus. Im Spannungsfeld von Lust, Konsens, Macht und Grenzerfahrungen bestehen dabei vielfältige Risiken für die körperliche und psychische Gesundheit. Daraus ergeben sich zentrale Fragen nach sexueller Selbstbestimmung, der Abgrenzung zu Gewalt sowie dem Umgang mit dem Thema in Praxis und Forschung.
Die Dozent:innen nähern sich dem Thema Rough Sex aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit Praxiswissen. Ziel ist eine wertneutrale und differenzierte Auseinandersetzung mit Potenzialen, Risiken und Ambivalenzen: eine Betrachtung, die gesundheitliche Gefährdungen ernst nimmt, ohne zu moralisieren oder zu politisieren, und zugleich die Handlungssicherheit von Fachpersonen in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern stärkt.
Die Dozentinnen:
Dr. med. Melanie Büttner ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Sexualtherapeutin und -medizinerin (DGfS), Traumatherapeutin und Wissenschaftlerin. Nach 14 Jahren am Uniklinikum rechts der Isar (München), ist sie heute Inhaberin des spt-Institut (München) wo sie Fort- und Weiterbildungen gestaltet. Für DIE ZEIT (Berlin, Hamburg) ist sie seit 2017 mit dem Bildungspodcast „Ist das normal?“ aktiv. Zusätzlich ist Melanie Büttner Herausgeberin und Autorin von Fach- und Sachbüchern und Inhaberin der spt-Praxis.

Prof. Dr. Sonja Bröning ist Entwicklungspsychologin an der Medical School Hamburg und forscht zu aktuellen Einflüssen auf Partnerschaft, Liebe und Sexualität. Neben ihrer Tätigkeit in Wissenschaft, Lehre und Forschung ist sie in freier Praxis als systemische Paar-/Sexualtherapeutin (DGSF/DGfS), Mediatorin (BM) tätig. In 2026 erscheint ihr Buch „Vielfältige Liebe. Polyamorie gestalten“ (Bröning/Mazziotta) im Springer-Verlag.
Dr. Johanna Degen ist Sozialpsychologin, affiliiert an der Europa-Universität Flensburg, wo sie zu Beziehungen, Intimität, Sexualität und Liebe im digitalen Zeitalter forscht. Neben der Wissenschaft ist sie in freier Praxis v.a. in der integrativen Paar- und Sexualtherapie und in der Aus- und Weiterbildung an verschiedenen Instituten tätig. Ihre aktuellen Bücher heissen: Swipe, like, love (Psychosozial) und The Shaping of the Parasocial Self: On the Psychology of Relationships and Intimacy in the Digital Era (Palgrave). Zudem ist sie Herausgeberin der Fachzeitschrift Beratung aktuell (Psychosozial).
Datum: 9. April 2026, 19:30-21:45 Uhr
Anmeldung: https://eveeno.com/dgfs-digitaler-donnerstag-04-2026