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International Academy of Sex Research
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Präambel

Die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) wurde 1950 auf Initiative von Hans Giese mit dem Ziel gegründet, die Sexualwissenschaft in Forschung, Lehre und Praxis zu fördern. Sie ist nicht nur die älteste, sondern auch die größte deutsche Fachgesellschaft für Sexualwissenschaft. Seit ihren Anfängen kommen die Mitglieder der DGfS aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Die interdisziplinäre Ausrichtung der DGfS zeigt sich auch an den Fachrichtungen ihrer gegenwärtigen Mitglieder, die als ÄrztInnen, PsychologInnen, PsychoanalytikeInnen, SoziologInnen, JuristInnen und KulturwissenschaftlerInnen in unterschiedlichen universitären und außeruniversitären Institutionen tätig sind. Trotz der von Anfang angestrebten Interdisziplinarität war die DGfS in den ersten Jahrzehnten von ihrer Grundorientierung her eine medizinische Fachgesellschaft mit einer ausgeprägt normativen Ausrichtung. Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts hat sich die DGfS stärker sozialwissenschaftlich und damit einhergehend gesellschaftskritisch positioniert. In den vergangenen Jahren hat sich die klinisch-psychotherapeutische Forschung und Versorgung zu einem Schwerpunkt der Tätigkeit der Gesellschaft entwickelt. Ziel dieser Aktivitäten ist es die Behandlung von PatientInnen mit sexuellen Störungen und Konflikten zu verbessern. Das drückt sich unter anderem in den von der DGfS entwickelten Curricula und den auf der Basis dieser Curricula in verschiedenen Städten durchgeführten Fortbildungen aus. Derzeit bemüht sich die DGfS intensiv um die Implantierung einer qualifizierten sexualwissenschaftlichen Fort- und Weiterbildung für PsychologInnen und ÄrztInnen.

Durch die von ihr vorgelegten Forschungsberichte, Gutachten und öffentlichen Stellungnahmen hat die Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Entscheidungen des Gesetzgebers und der höchsten Gerichte maßgeblich beeinflusst. Das gilt insbesondere für die Reformen des Sexualstrafrechts und deren rechtliche Auslegung sowie für das so genannte Transsexuellengesetz. Darüber hinaus haben die Publikationen der Mitglieder der DGfS den Diskurs über Sexualität national und auch international vorangetrieben, vor allem in folgenden Themenbereichen:

Forschung zur Theorie der Sexualität und zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Studien zur Geschichte und zum Begriff der Sexualität sowei zur Begründung einer kritischen Sexualwissenschaft.

Klinische Forschung

Entwicklung und systematische Evaluation psychotherapeutischer Behandlungsansätze. Die erarbeiteten Konzepte wurden in umfangreichen Monographien zusammengefasst. Im Vordergrund standen die Entwicklung psychotherapeutischer Konzepte bei sexuellen Funktionsstörungen, Perversionen und Sexualdelikten, Transsexualität und Intersexualität sowie Störungen als Folge sexueller Traumatisierungen.

Frauen- und Geschlechterforschung

Klinische Studien zu geschlechtsspezifischen Aspekten sexueller Störungen sowie zu Problemen der Reproduktion, zur Psychoendokrinologie und sozialepidemiologischen Aspekten sexueller Traumatisierungen und Studien zum Macht- und Gewaltaspekt in den Beziehungen der Geschlechter.

Sozialwissenschaftliche Forschung

Studien zum sexuellen Wandel bei Jugendlichen und Studenten, zur sexuellen Sozialisation und zur Veränderung des Geschlechtsverhältnisses sowie zu Homosexualität und zu HIV/AIDS.

Sexualforensische Forschung

Studien zu Struktur, Ätiologie und Verlauf sexueller Delinquenz und Gewalt sowie zur Therapie und Zuverlässigkeit von Prognosen bei Sexualstraftätern.

Auf den alle zwei bis drei Jahren abgehaltenen Wissenschaftliche Tagungen werden wichtige sexualwissenschaftliche Fragen und Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert. Diese Tagungen haben immer wieder eine große Resonanz in der Öffentlichkeit gefunden. Zwischen diesen Tagungen organisiert die DGfS Arbeitstreffen und Symposien zu speziellen sexualwissenschaftlichen, klinischen und sexualpolitischen Themen, die vor allem dazu dienen, den Dialog zwischen den Mitgliedern zu intensivieren.


 
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Letzte Änderung : 20. April 2005